Macworld.com befasst sich mit der Geschichte des Cube, der vor ziemlich genau zehn Jahren im Juli 2000 von Steve Jobs auf der Macworld Expo (hach ja …) in New York vorgestellt wurde. Hier die Zusammenfassung:
Es gibt wohl wenige Computer die so sehr polarisieren. Den Cube mag man oder eben nicht, er steht wie kein anderer Macintosh Rechner dafür, das das Design vorgeht und die Funktionen daran angepasst werden müssen. Ein würdiger Vorgänger des heutigen Mac mini, der seiner Zeit einfach voraus war.
Mit dem Cube ist Apple zwar ein designtechnisches Meisterwerk gelungen (der Mac mini hat einiges davon geerbt), aber viel Geld hat er nicht in die Kassen gespült. Im Januar 2001 hat Apple erklärt, das 29.000 Cube verkauft wurden. Das war 1/3 der von Apple erwarteten Menge. Verständlich: in demselben Zeitraum wurden über 10x so viel Macs verkauft. Im folgenden Quartal wurden nur noch 12.000 Cube verkauft. Ein Jahr nach der Vorstellung wurde die Produktion eingestellt.
Es scheint vier Gründe zu geben, warum der Cube ein solcher Mißerfolg war:
Eigenartigkeit
Wie verkauft man einen Computer, der nicht aussieht wie ein Computer und wer soll ihn kaufen? Der Cube war dermaßen weit weg von den täglichen grauen Computern, das der Cube schon fast hätte vom Mars kommen können. Apple hat den Cube zwischen iMac und Power Mac angesiedelt, aber Analysten haben nach einigen Monaten herausgefunden, das eher die High-End User zum Cube griffen. Die Zielgruppe war daher sicherlich sehr eng gefasst, was man auch am zweiten Grund erkennt:
Hochpreisigkeit
Das kleinste Modell war für 1.799 US$ zu haben und hatte einen 450MHz G4 (hach ja ….) Prozessor, 64MB RAM, eine Festplatte mit 20 GB, ein DVD-Rom Laufwerk und ein intergriertes 56K Modem. Und ja: er kam mit ohne Lüfter und war schön kompakt. Ein PowerMac G4 mit gleicher Ausstattung – allerdings “nur” einem 400MHz G4 Prozessr – kostete 200 US$ weniger. Es war klar, das Käufer hier schlicht mehr Geld für einen “Premium” Mac ausgeben, der allerdings nicht mehr leistete. Daher waren es eher die Power User, die zugriffen. Wer einen “günstigen” Mac suchte, griff zum Power Mac.
Kosmetikfehler
Gerade war der Cube auch erhältlich tauchten im Internet erste Berichte von Käufern über Kosmetikfehler in der transparenten Polycarbonathülle auf. Ein gefundenes Fressen für die Presse, die daraus natürlich ein PR-Desaster für Apple machte. Apple wiederum deklarierte die Fehler zu “ganz natürlichen Haarrissen, die bei der Produktion nun mal vorkommen”. – Wie viele Käufer davon jetzt abgeschreckt wurden kann man natürlich schlecht schätzen, aber zuträglich wird es dem 1.799 US$ teuren Würfel wohl kaum gewesen sein.
geringe Upgrade-Möglichkeit
Natürlich war der Cube einfach zu öffnen. Umdrehen, öffnen und einfach den RAM austauschen bzw. Airport Karte einsetzen. Aber viel mehr war auch nicht machbar, was man als Normalanwender hätte tauschen oder aktualisieren können. Das war natürlich dem Design geschuldet, so fehlten zum Beispiel die PCI Slots, die beim Power Mac für hohe Flexibilität sorgten und professionelle Audio- und Video-Karten aufnahmen. Hinzu kam, das die Grafikkarte im Cube kleiner war, um überhaupt in den Cube zu passen. Auch passte nur eine Festplatte hinein, weiterer Platz ließ sich also nur extern nachrüsten. Und externe Festplatten gabe es im Jahr 2000 noch nicht so wie heute.
Ironischer Weise ist das Aktualisieren gerade das, was heute Cube-Fans antreibt. Ob CPU-Upgrades oder sogar eine neues Korsett, damit eine besserer Grafikkarte Platz findet. Abschließend lässt sich festhalten, das die wenigen Kunden, die seinerzeit einen Cube gekauft haben, ihn auch “bis in den Tod” lieben.